07. April 2008 78. Wirtschafts-Presse-Forum: Holzwirtschaft in Brandenburg feiert Geburtstag





Einblicke in die vielfältigen Zukunftsbranchen des Landes Brandenburg geben dieser Aufgabe widmet sich das Wirtschafts-Presse-Forum in regelmäßigen und gut besuchten Vorträgen. So versammelten sich rund 200 Entscheider aus Politik und Wirtschaft am 07.04.2008 in Potsdam. Das Thema: "Holzwirtschaft in Brandenburg". Geladen hatte Jürgen Simmer, der Präsident des Wirtschaft- Presse- Forums.

Zwei erfolgreiche brandenburgische Unternehmen aus der Holzindustrie feiern 2008 ihr Firmenjubiläum. Sie zeigen stellvertretend, wie im Land Brandenburg gerade mittelständische Unternehmer Standortvorteile geschickt nutzen und mit innovativen Ideen und außergewöhnlichem Unternehmergeist Erfolge feiern - einer der Unternehmer ist gerade mal 24 Jahre alt und erwirtschaftet einen Umsatz von sechs Millionen Euro.
Brandenburg ist das waldreichste ostdeutschen Bundesland und so ist die Holzwirtschaft hier eine der dynamischsten Wirtschaftsbranchen. Der Umsatz beträgt 1,3 Mrd. Euro pro Jahr, im Vergleich zu 2005 ein Wachstum von 16,2 Prozent. Vor allem in Zeiten des Klimawandels ist der nachwachsende Rohstoff gefragter denn je. Der Vorteil ist seine CO2 Neutralität. So heizt manch Deutscher sein Haus mit Holzpellets und Spielgeräte oder Carports werden mit dem natürlichen Rohstoff gebaut. Und was viele nicht wissen: Mit ihren Holzprodukten sind Brandenburgs Unternehmen auch im Ausland gefragt.
Welche Produkte sind das? Und wer sind die Unternehmer hinter den Firmen? Ziemlich sicher sind es erstaunliche Unternehmensgeschichten, die sich hier in Brandenburg finden.

Mit 24 Jahren auf eine 10-jährige Erfolgsgeschichte blicken das kann Geschäftsführer Oliver Enderlein. Alles begann 1998 mit einem Schulprojekt und mit einem ersten Vertrieb in Mutters Reihenhaus; heute ist das Unternehmen mit Namen Dacapo deutscher Marktführer in der Produktion von Carports. Die Firma beschäf-tigt jetzt über 65 Mitarbeiter. 2008 erreicht der Umsatz sechs Millionen Euro, ca. 1.500 Stellplätze werden pro Jahr gefertigt.
"Traditionelle Handwerkskunst, Holz "Made in Germany" und moderne Kommunikation, das ist unser Erfolgsrezept", sagt Oliver Enderlein. So erfolgen 95% der Kundenanfragen über das Internet. Der innovative und durchdachte Kontakt zum Kunden via Internet bekam übrigens 2008 den Website Award Berlin-Brandburg. Mit dem Online-Kalkulator können Aufträge schnell bearbeitet und die Kunden individuell beraten werden. Neueste Geschäftsidee: in Kooperation mit einer Solarfirma entstehen Carports mit Photovoltaikdächern. Neben den Carports bietet das Unternehmen auch Pavillions, Terassenüberdachungen und blitzsichere Unterstände für Golfplätze an. Die einzelnen Holzteile werden nach alter Zimmermannsart verzapft, die Haltbarkeit steigt. All das kommt gut an: die hochwertigen Holzprodukte aus Brandenburg werden nach Europa, Osteuropa und sogar bis nach Dubai exportiert.

Neben dem Unternehmen Dacapo präsentierte sich ein zweites Unternehmen: Klaus-Peter Gust, Geschäftsführer der SIK Holzgestaltung GmbH aus Langenlipsdorf, fertigt auf 6.000 qm hochwertige Spielgeräte. 1988 hatte das Unternehmen 2 Mitarbeiter, zum 20- jährigen Firmengeburtstag sind es schon 165, der Umsatz betrug 2007 10,5 Millionen Euro. Klaus-Peter Gust hat eine besondere Philosophie: "Schulhöfe und Spielplätze sind die Orte, auf denen sich Kinder bilden, sie haben hier die Möglichkeit, sich nach ihren eigenen Regeln zu entwickeln." Gerade in Städten gibt es enormen Nachholbedarf für solch kinderfreundliche Rückzugsmöglichkeiten. Und so entstehen traumhafte und liebevoll gestaltete Erlebniswelten. Wie weit das Engagement des Unternehmens reicht, zeigt das "Regenbogen-Projekt". So entsteht unter anderem in Südafrika ein Spielplatz mit einem Klettergerüst in den Regenbogenfarben, Symbol für Völkerverständigung und Toleranz. Kinder und Jugendliche aus verschiedenen Ländern bauen zusammen, Idee und Konzeption des Spielgerätes stammen von Klaus-Peter Gust.
Die Spielgeräte der SIK Holzgestaltung GmbH werden aus Robinienholz gefertigt, dieses kommt aus Brandenburger Forsten. Die Vorteile des Holzes: Dauerhaftigkeit, Härte und Stabilität. Daraus ergibt sich ein wesentlicher Vorteil: es muss nicht chemisch behandelt werden, um haltbar zu sein. Übrigens gehört die Robinie zu den wertvollsten, einheimischen Holzarten. Der Export der Spielgeräte läuft europaweit und sogar bis nach Südkorea.

Das Wirtschafts-Presse-Forum zeigte anhand dieser Unternehmen eindrucksvoll, wie gerade kleine Mittelständler aus ländlichen Regionen Erstaunliches vollbringen. Sie sind mutig, haben einen sprühenden Unternehmergeist und nutzen geschickt die Chancen der Globalisierung und haben damit jede Menge Erfolg.